Think About, Future! Zukunftsbilder & menschzentriertes Design auf der Tech/Design/Society-Konferenz in Köln

Vortrag von Wilhelm Rinke in Köln, Think About! 2019

Wilhelms Vortrag auf der Think About! in Köln | Foto von Mimi Vollgraf

Wilhelms Vortrag auf der Think About! in Köln | Foto von Mimi Vollgraf

Vorwärts.

Außer, dass wir älter werden, wissen wir praktisch nichts über die Zukunft. Das reicht nicht, um ein Zukunfts-Ich und eine wünschbare Zukunftsgesellschaft zu zeichnen. Um mit den Unsicherheiten der Zukunft umgehen zu können, brauchen wir Zukunftsbilder. Es kursieren viele Zukunftsbilder, auch stereotypische, die zeigen, dass wir sehr divers in der Darstellung von Zukunftsbildern sein können. Die Google-Bildsuchergebnisse zu »Zukunftsbilder« geben einen schnellen Überblick, wie Zukunft oftmals dargestellt wird: blaue, verschwommene Welten; eine Mischung aus positiven, kitschigen oder auch dunklen Bildern, die uns keinerlei Orientierung geben, sondern stock-mäßig besonders die unkonkreten Facetten des technologischen Wandels suggerieren. Wo bleibt der Mensch in diesen Szenarien?

Think About! im Cinnenova in Köln-Ehrenfeld: großes Kino! | Foto von Mimi Vollgraf

Think About! im Cinnenova in Köln-Ehrenfeld: großes Kino! | Foto von Mimi Vollgraf

Think About Future!

Die Think About!, eine zweitägige Community-Konferenz mit Fokus auf Technologie und Design und ihre Einflüssen auf die Gesellschaft (23. & 24. Mai 2019, Köln), lud Wilhelm Rinke als Speaker auf die Bühne zu »Zukunftsbildern und mensch-zentriertem Design« ein. Wilhelm zeigte – passend zur Philosophie der Veranstaltung – auf, wie wir im Berliner Ideenlabor mit Spekulativem Design alternative Zukunftsvisionen schaffen. Diese stellen insbesondere die Gesellschaft in den Mittelpunkt der Zukunftbetrachtung und zeichnen Potenziale für die Gegenwart auf.

Mit Spekulativem Design können wir greifbare Zukunftsentwürfe gestalten, die zu einem bestimmten Thema zielgerichtet zum Zukunftsdenken inspirieren und Reaktionen im Austausch mit Usern hervorrufen. Mit spekulativen Artefakten können wir mögliche Entwicklungen und Konsequenzen betrachten und einen breiten Kreis an Adressaten in unseren Diskurs involvieren. Wir wollen erfahren, welche Gedanken, Ängste und Wünsche assoziiert und gefühlt werden. Diese Einsichten sind sehr wertvoll, um Rückschlüssen auf die Gegenwart zu ziehen und Handlungsoptionen abzuleiten.

In unserem Beispiel-Projekt »Where to go« haben wir mit der Kreation von drei Artefakten und integriertem User Research nicht nur das Gespräch zu autonomer Mobilität angeregt, sondern für uns ein Modell entwickelt, mit dem wir – in Ko-Kreation mit Partnern und Kunden – Zukunftsbilder um verschiedenste Themen erschaffen. Im nächsten Schritt können wir in Future und Design-Thinking Workshops die Erkenntnisse aus diesem Prozess für die Gestaltung von realen Produkten, Services oder Strategien im Hier und Jetzt nutzen. Spekulatives Design ist ein ko-kreativer Prozess im Austausch mit unseren Mitmenschen und kein rein künstlerisches Projekt. Um Assoziationen und Reaktionen im User Research zu verstärken, ko-kreative Workshop-Formate für unseren User Research entwickelt:

Co-Authoring
Wir haben in unser Labor für Innovationskultur im Kreuzberg eingeladen, unser Projekt »Where to go?« präsentiert und zu dem Zukunftsszenario »Moving Parts« alle Besucher angeregt, in einer Ko-Autor-Schreibübung einen Tag in diesem Szenario zu beschreiben.

Tactile Thinking & Archaelogy of Future
Auf der re:publica19 haben wir Tüten gepackt, die wir – für jede Workshop-Teilnehmergruppe individuell – mit einem besonderen Material bestückt haben (Schlauch, Sand, Elektroschrott …). Das Material diente ergänzend zu dem Video als haptische Inspiration, um »Possible Future Needs« im »Moving Parts«-Szenario zu entdecken und darauf aufbauend zukünftige Produkte, Services oder Strategien zu entwickeln. Die Ideen wurden von den Teilnehmern in einer schnellen Prototyping-Session in greifbare Artefakt übersetzt.

Wie gehen wir mit
der Zukunft um?

Für uns ist es wichtig, dass wir uns auf normative und wünschbare Zukünfte und nicht nur auf explorative Zukunftsbilder konzentrieren. Schließlich wollen wir auf die Zukunft einwirken können. Distopisch-dunkle Zukunftsbilder berühren uns anders, als süßliche, kitschig-positive. Egal, wie wir über die Zukunft nachdenken wollen und in welcher Bildsprache und Anmutung wir sie zeichnen wollen: am Wichtigsten ist, dass wir aus Zukunftsbildern lernen und aktiv daran arbeiten, dass ein Szenario eintreten oder eben nicht eintreten wird.

Hier ein paar Eindrücke von unseren zwei Tagen auf der Think About!, klickt euch durch unsere Galerie.

Du hast Lust mit uns zusammen, ko-kreativ Zukunftsbilder zu gestalten oder mehr zu Spekulativem Design in der Praxis zu erfahren und wie du es für deinen Kontext als Tool anwenden kannst? Du möchtest uns als Speaker zu Zukunftsbildern, Future Thinking oder Design Thinking buchen?

 
 

Mehr zur Think About! und unserem Vortrag erfahrt ihr auf der Homepage: https://think-about.io/de/
Danke, dass wir dabei sein durften!